Gerundium & Infinitiv (Gerunds and Infinitives) — Erklärung und kostenlose Übungen
Erklärung, Beispiele und 9 kostenlose Übungen zum Thema Gerundium & Infinitiv — ohne Anmeldung, direkt im Browser.
Gerundium oder Infinitiv — worum geht es?
Im Englischen kann ein Verb, das von einem anderen Verb abhängt, in zwei Formen stehen: als Gerundium (die -ing-Form, z. B. reading) oder als Infinitiv mit to (z. B. to read). Im Deutschen gibt es diesen Unterschied nicht — wir sagen einfach „Ich mag lesen“ und „Ich möchte lesen“. Genau deshalb ist dieses Thema für deutsche Lernende so fehleranfällig.
Welche Form richtig ist, hängt fast immer vom vorangehenden Wort ab — meistens vom Verb, manchmal von einer Präposition oder einem festen Ausdruck. Es gibt dafür keine Logik, die man herleiten kann: enjoy verlangt -ing, want verlangt to. Man lernt diese Verben in Gruppen.
Drei Dinge machen das Thema überschaubar. Erstens: Nach Präpositionen steht immer das Gerundium — ohne Ausnahme. Zweitens: Bei einer kleinen Gruppe von Verben sind beide Formen möglich, und bei einigen davon ändert sich die Bedeutung. Drittens: Nach Modalverben und nach let, make und help steht der Infinitiv ohne to. Wer diese drei Punkte sicher beherrscht, macht in der Klassenarbeit kaum noch Fehler.
Die wichtigsten Regeln
- Gerundium (-ing) nach Verben wie enjoy, avoid, finish, keep, mind, suggest, imagine, practise — „I enjoy reading.“
- Infinitiv mit to nach Verben wie want, decide, hope, promise, refuse, learn, offer, plan — „I want to go.“
- Nach Präpositionen steht immer das Gerundium — „good at cooking“, „without saying a word“.
- look forward to, be used to und object to enden auf eine Präposition — deshalb -ing: „I look forward to seeing you.“
- Verb + Objekt + Infinitiv mit to: want, ask, tell, allow, expect — „She asked me to wait.“
- Nach Modalverben (can, must, should, will) steht der Infinitiv ohne to — „You must go.“
- Auch nach let, make und (oft) help steht der Infinitiv ohne to — „They let him leave.“
- Nach like, love, hate, begin, start, continue, prefer sind beide Formen möglich — die Bedeutung bleibt gleich.
- Bei remember, forget, stop, try, regret, go on, mean ändert die Form die Bedeutung — hier musst du aufpassen.
- Als Subjekt am Satzanfang steht meist das Gerundium — „Swimming is good for you.“
Beispiele
- She avoids eating sugar. — Nach avoid steht -ing.
- They decided to leave early. — Nach decide steht to + Verb.
- I'm looking forward to seeing you. — to ist hier Präposition.
- My parents let me stay out late. — Nach let ohne to.
- He stopped to buy a coffee. vs. He stopped buying coffee. — zwei völlig verschiedene Aussagen.
Verben mit Gerundium (-ing)
Nach diesen Verben steht immer die -ing-Form. Lerne sie als Block — sie kommen in fast jeder Klassenarbeit vor.
- enjoy — „I enjoy cooking.“
- avoid — „She avoids driving at night.“
- finish — „We finished painting the room.“
- mind — „Do you mind waiting?“
- suggest — „He suggested meeting at six.“
- keep (on) — „They kept asking questions.“
- imagine — „I can't imagine living there.“
- practise, admit, deny, consider, risk, miss, can't help
Verben mit Infinitiv (to + Verb)
Nach diesen Verben steht der Infinitiv mit to.
- want — „I want to help.“
- decide — „They decided to stay.“
- hope — „We hope to win.“
- promise — „He promised to call.“
- refuse — „She refused to answer.“
- learn — „I'm learning to swim.“
- offer, plan, agree, manage, afford, seem, would like
Verb + Objekt + Infinitiv
Bei diesen Verben steht zuerst eine Person (das Objekt), dann der Infinitiv mit to. Im Deutschen benutzt man hier oft einen dass-Satz — das ist eine typische Fehlerquelle.
- „She asked me to wait.“ — nicht: „She asked that I wait.“
- „The teacher told us to open our books.“
- „I want you to read this.“ — nicht: „I want that you read this.“
- Ebenso: allow, expect, advise, remind, encourage, force, invite
Nach Präpositionen steht immer das Gerundium
Das ist die zuverlässigste Regel des ganzen Themas — sie hat keine Ausnahmen. Steht vor dem Verb eine Präposition, folgt die -ing-Form.
- good at drawing, interested in learning, afraid of flying
- without asking, before leaving, after finishing, instead of waiting
- thanks for helping, apologise for being late, think about moving
- Achtung: Bei look forward to, be used to und object to ist to eine Präposition, kein Infinitiv: „I look forward to hearing from you.“
Beide Formen möglich — gleiche Bedeutung
Nach diesen Verben kannst du frei wählen. Beide Varianten sind korrekt und bedeuten dasselbe.
- like — „I like swimming.“ = „I like to swim.“
- love, hate, prefer — „She hates waiting.“ = „She hates to wait.“
- begin, start, continue — „It began raining.“ = „It began to rain.“
- Nach would like / would love / would prefer steht dagegen immer to: „I'd like to go.“
Beide Formen möglich — aber andere Bedeutung
Diese Gruppe entscheidet oft über die Note. Die Form ändert hier nicht den Stil, sondern die Aussage.
- remember + -ing = sich an etwas Vergangenes erinnern — „I remember locking the door.“ (Ich habe abgeschlossen und erinnere mich daran.)
- remember + to = daran denken, etwas noch zu tun — „Remember to lock the door.“ (Vergiss es nicht!)
- stop + -ing = mit etwas aufhören — „He stopped smoking.“
- stop + to = anhalten, um etwas zu tun — „He stopped to smoke.“
- try + -ing = etwas ausprobieren — „Try turning it off and on again.“
- try + to = sich bemühen, etwas Schwieriges zu schaffen — „I tried to open the jar.“
- forget + -ing = eine Erinnerung verlieren — „I'll never forget meeting her.“
- forget + to = etwas nicht tun, obwohl man sollte — „I forgot to send the email.“
Infinitiv ohne to
Nach einigen Wörtern steht der reine Infinitiv — ohne to und ohne -ing.
- Nach allen Modalverben: can, could, must, should, will, would, may, might — „You should ask.“
- Nach let — „Let me explain.“
- Nach make (im Aktiv) — „She made him apologise.“
- Nach help sind beide Formen üblich — „He helped me carry / to carry the box.“
Typische Fehler deutscher Lernender
Diese vier Fehler tauchen in Klassenarbeiten immer wieder auf.
- ✗ „I look forward to see you.“ → ✓ „I look forward to seeing you.“
- ✗ „I want that you come.“ → ✓ „I want you to come.“
- ✗ „I enjoy to read.“ → ✓ „I enjoy reading.“
- ✗ „To swim is healthy.“ (klingt steif) → ✓ „Swimming is healthy.“
Häufige Fragen
- Wann benutzt man Gerund und wann Infinitive?
- Das hängt vom Wort davor ab. Nach Verben wie enjoy, avoid, finish, mind, suggest steht die -ing-Form. Nach Verben wie want, decide, hope, promise, refuse steht to + Verb. Nach jeder Präposition steht immer -ing. Eine Regel zum Herleiten gibt es nicht — man lernt die Verben in Gruppen.
- Was ist der Unterschied zwischen Gerund und Infinitive?
- Das Gerundium ist die -ing-Form und verhält sich wie ein Nomen (Swimming is fun). Der Infinitiv mit to beschreibt eher eine Absicht oder ein Ziel (I went out to buy milk). Bei den meisten Verben ist aber nicht die Bedeutung entscheidend, sondern schlicht die feste Verbindung mit dem Verb davor.
- Nach welchen Verben steht -ing?
- Die wichtigsten sind: enjoy, avoid, finish, keep, mind, suggest, imagine, practise, admit, deny, consider, risk, miss, can't help. Dazu kommt jede Präposition — good at, interested in, without, before, after, instead of, thanks for.
- Nach welchen Verben steht to + Infinitiv?
- Unter anderem: want, decide, hope, promise, refuse, learn, offer, plan, agree, manage, afford, seem, would like. Auch nach Verb + Objekt: ask somebody to, tell somebody to, allow somebody to.
- Heißt es „I look forward to see you“ oder „to seeing you“?
- Richtig ist „I look forward to seeing you.“ Das to in look forward to ist eine Präposition, kein Infinitiv — deshalb folgt die -ing-Form. Dasselbe gilt für be used to und object to.
- Ändert sich die Bedeutung bei remember, stop und try?
- Ja. Remember + -ing heißt „sich erinnern, dass man etwas getan hat“; remember + to heißt „daran denken, etwas noch zu tun“. Stop + -ing heißt „aufhören“; stop + to heißt „anhalten, um etwas zu tun“. Try + -ing heißt „ausprobieren“; try + to heißt „sich bemühen“.
- Wann steht der Infinitiv ohne to?
- Nach allen Modalverben (can, must, should, will) und nach let und make: „You must go“, „Let me explain“, „She made him apologise“. Nach help sind beide Formen möglich.
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