Relativsätze (Relative clauses) — Erklärung und kostenlose Übungen
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Relativsätze im Englischen — worum geht es?
Relativsätze (relative clauses) geben zusätzliche Informationen über ein Nomen. Sie beginnen mit einem Relativpronomen wie who, which, that oder whose und stehen direkt hinter dem Wort, auf das sie sich beziehen. So verbindet man zwei Sätze, ohne das Nomen zu wiederholen: I know a girl. She speaks five languages. → I know a girl who speaks five languages.
Die wichtigsten Regeln
- who — für Personen: „the man who lives next door“.
- which — für Sachen und Tiere: „the book which I read“.
- that — für Personen oder Sachen, aber nur im notwendigen Relativsatz.
- whose — für Besitz („dessen/deren“): „the girl whose dog is barking“.
- where / when / why — für Ort, Zeit und Grund: „the town where I grew up“.
- Ist das Relativpronomen das Objekt, darf es wegfallen: „the film (that) I saw“.
Beispiele
- The woman who called you is my teacher. (Person, Subjekt)
- This is the phone which I bought yesterday. (Sache, Objekt)
- That’s the student whose project won the prize. (Besitz)
Notwendig oder nicht? Der wichtigste Unterschied
Englische Relativsätze gibt es in zwei Sorten, und fast alles Weitere hängt daran. Der notwendige Relativsatz (defining) sagt, welche Person oder Sache gemeint ist — ohne ihn versteht man den Satz nicht mehr. Der nicht notwendige (non-defining) liefert nur eine Zusatzinformation; man könnte ihn streichen, und der Satz bliebe vollständig.
- Notwendig: The students who studied hard passed the exam. — nur diese Schüler haben bestanden, die anderen nicht.
- Nicht notwendig: The students, who studied hard, passed the exam. — alle haben fleißig gelernt, und alle haben bestanden.
- Faustregel: Kann man den Relativsatz weglassen, ohne dass unklar wird, wer gemeint ist? Dann ist er nicht notwendig — und bekommt Kommas.
Kommas — anders als im Deutschen
Das ist der Fehler Nummer eins. Im Deutschen steht vor jedem Relativsatz ein Komma. Im Englischen entscheidet die Bedeutung: Der notwendige Relativsatz bekommt kein Komma, der nicht notwendige wird in Kommas eingeschlossen.
- ✗ The book, which I bought yesterday, was expensive. — nur richtig, wenn klar ist, welches Buch gemeint ist.
- ✓ The book which I bought yesterday was expensive. — grenzt ein: genau dieses Buch.
- ✓ My brother, who lives in Hamburg, is a teacher. — man hat nur einen Bruder, die Information ist Zusatz.
- Merke: Kommas verändern hier die Aussage. Sie sind keine Frage des Geschmacks.
that oder which?
Im notwendigen Relativsatz sind that und which (bzw. who) meist austauschbar; that klingt etwas gesprochener. Im nicht notwendigen Relativsatz — also nach einem Komma — ist that dagegen immer falsch.
- ✓ The car that I drive is very old. (notwendig)
- ✓ The car which I drive is very old. (notwendig, etwas formeller)
- ✗ My car, that is ten years old, still runs well.
- ✓ My car, which is ten years old, still runs well.
- Nach all, everything, something und nach Superlativen steht fast immer that: „everything that happened“.
Wann das Relativpronomen wegfallen darf
Ist das Relativpronomen das Objekt des Relativsatzes, kann man es im notwendigen Relativsatz einfach weglassen. Ist es das Subjekt, muss es stehen bleiben. Test: Folgt direkt danach ein neues Subjekt, ist das Pronomen das Objekt und kann weg.
- ✓ The film (that) I saw last night was brilliant. — danach kommt I, also Objekt: darf wegfallen.
- ✗ The man lives next door is a doctor. — hier ist who das Subjekt und muss stehen.
- ✓ The man who lives next door is a doctor.
- Im nicht notwendigen Relativsatz (mit Kommas) darf das Pronomen nie wegfallen.
whose, where, when — und die Präposition
Für Besitz steht whose, und zwar für Personen wie für Sachen. Für Ort, Zeit und Grund gibt es where, when und why. Eine Präposition steht im gesprochenen Englisch hinten, im formellen Englisch vor dem Pronomen.
- That’s the boy whose father teaches French. (Person)
- A house whose windows are broken. (auch für Sachen möglich)
- The year when we moved to Berlin. / The reason why I left.
- Gesprochen: the girl who I spoke to — formell: the girl to whom I spoke.
- Nach einer Präposition steht nie that: ✗ the house in that I live → ✓ the house in which I live.
Typische Fehler deutscher Lernender
Fast alle Fehler kommen daher, dass man vom Deutschen aus denkt. Diese fünf lohnt es sich einzeln zu merken.
- Komma aus dem Deutschen übernommen. ✗ The girl, who sits next to me, is called Mia. → ✓ ohne Kommas, wenn der Satz sagt, welches Mädchen gemeint ist.
- who für Sachen. ✗ the book who I read → ✓ the book which/that I read.
- what statt that. „was“ heißt hier nicht what: ✗ Everything what he said → ✓ Everything that he said.
- Doppeltes Objekt. ✗ The book which I read it was good. — das Relativpronomen ersetzt das Objekt schon.
- that nach Komma. ✗ Berlin, that is the capital, … → ✓ Berlin, which is the capital, …
Häufige Fragen
- Wann benutzt man who, which und that?
- who steht für Personen, which für Sachen und Tiere, that für beides — aber nur im notwendigen Relativsatz, also ohne Komma. Nach einem Komma ist that immer falsch.
- Wann steht im englischen Relativsatz ein Komma?
- Nur beim nicht notwendigen Relativsatz, der eine Zusatzinformation liefert: My brother, who lives in Hamburg, is a teacher. Grenzt der Relativsatz dagegen ein, welche Person oder Sache gemeint ist, steht kein Komma: The man who lives next door is a doctor. Anders als im Deutschen ändert das Komma hier die Bedeutung.
- Was ist der Unterschied zwischen defining und non-defining relative clauses?
- Der defining (notwendige) Relativsatz sagt, welche Person oder Sache gemeint ist — streicht man ihn, wird der Satz unklar. Der non-defining (nicht notwendige) liefert nur eine Zusatzinformation und lässt sich weglassen. Nur der zweite steht in Kommas, und nur im ersten sind that und das Weglassen des Pronomens erlaubt.
- Wann kann man das Relativpronomen weglassen?
- Wenn es das Objekt eines notwendigen Relativsatzes ist: the film (that) I saw. Ist es das Subjekt, muss es stehen bleiben: the man who lives next door. Test: Folgt direkt danach ein neues Subjekt, darf das Pronomen weg. Im nicht notwendigen Relativsatz darf es nie wegfallen.
- Heißt es „everything what“ oder „everything that“?
- everything that. Das deutsche „alles, was …“ verführt zu what, aber im Englischen steht nach everything, all, something, nothing und nach Superlativen that: Everything that he said was true.
- Wofür benutzt man whose?
- Für Besitz — es entspricht dem deutschen „dessen“ und „deren“: the girl whose dog is barking. Es steht für Personen und, seltener, auch für Sachen: a house whose windows are broken. Nicht mit who’s (= who is) verwechseln.
- Wo steht die Präposition im Relativsatz?
- Im normalen gesprochenen Englisch hinten: the girl who I spoke to. Formell rückt sie vor das Pronomen, und dann steht whom bzw. which: the girl to whom I spoke. Nach einer Präposition ist that nie möglich.
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