Sprachmittlung im Englisch-Abitur

Mediation ist die Abituraufgabe, bei der die meisten Punkte an einer Stelle verloren gehen, die mit Englischkenntnissen wenig zu tun hat: Man übersetzt, statt zu vermitteln. Diese Seite erklärt den Unterschied und verlinkt vier vollständige Übungspakete zu den Schwerpunktthemen.

Was Sprachmittlung ist — und was nicht

Bei einer Mediation (Sprachmittlung) gibst du den Inhalt eines deutschen Textes auf Englisch wieder. Die Aufgabe nennt dabei immer drei Dinge, und die entscheiden alles Weitere:

Eine Übersetzung überträgt den ganzen Text möglichst genau — jeden Satz, in der gegebenen Reihenfolge. Eine Sprachmittlung tut das ausdrücklich nicht. Du wählst aus, was für diesen Adressaten und diesen Zweck relevant ist, ordnest es neu, und lässt den Rest weg. Ein Absatz des Originals kann zu einem Halbsatz werden; ein Nebensatz kann ganz verschwinden. Wer stattdessen Satz für Satz überträgt, verliert Punkte — auch wenn jedes einzelne englische Wort richtig ist.

Die fünf Dinge, auf die Prüfer achten

  1. Auswählen, nicht übersetzen. Nur der Inhalt, der zum Auftrag gehört. Frag dich bei jedem Absatz: Braucht meine Leserschaft das?
  2. Umschreiben statt Wort für Wort. Erst den Sinn verstehen, dann frei auf Englisch formulieren. „Viele stellen ihre Karriereziele infrage.“ wird zu „Many are reconsidering their career goals“ — nicht zu „put their career goals into question“.
  3. Register treffen. Ein Schulblog klingt anders als ein Fachnewsletter und anders als eine E-Mail an eine Freundin. Die Aufgabe sagt dir, welches gefragt ist.
  4. Germanismen vermeiden. Siehe die Tabelle unten — es sind fast immer dieselben.
  5. Kulturspezifisches kurz erklären. Abitur, Bundesland, Ausbildung, Kita sagen einer englischen Leserschaft nichts. Eine Apposition reicht: „the Abitur, the German school-leaving exam“.

Zur Länge: In den Abituraufgaben sind meist 100 bis 150 Wörter vorgegeben. Das ist wenig — genau deshalb ist die Auswahl die eigentliche Leistung.

Typische Germanismen

Das sind Formulierungen, die direkt aus dem Deutschen übernommen sind und im Englischen falsch oder unidiomatisch klingen. Sie entstehen fast nur beim Übersetzen — wer erst versteht und dann frei formuliert, macht sie seltener.

Häufige Fehler und ihre englische Entsprechung
DeutschSo nichtBesser
seit drei Jahrensince three yearsfor three years
Das macht Sinn für mich.That makes sense for me.That makes sense to me.
Ich interessiere mich für KI.I am interested on AI.I am interested in AI.
Informationeninformationsinformation
Handyhandymobile phone
bekommento becometo get, to receive
etwas infrage stellento put something into questionto question, to reconsider
Chefchefboss, manager

Wie die Übungspakete aufgebaut sind

Jedes der vier Pakete arbeitet mit einem echten deutschen Artikel und führt in fünf Schritten zur vollständigen Sprachmittlung: relevante Informationen auswählen, das passende Register bestimmen, Umschreibungen zuordnen, Germanismen erkennen — und dann selbst schreiben, mit Selbsteinschätzung und Modelllösung am Ende. Alles läuft im Browser, ohne Anmeldung.

Die vier Übungspakete

Die anderen Abitur-Aufgabenformate

Häufige Fragen

Was ist Mediation (Sprachmittlung) im Abitur?
Bei der Sprachmittlung gibst du den Inhalt eines deutschen Textes auf Englisch wieder — für eine bestimmte Leserschaft und einen bestimmten Zweck, die in der Aufgabe genannt werden. Es ist keine Übersetzung: Du wählst aus, was für den Auftrag relevant ist, und lässt den Rest weg.
Was ist der Unterschied zwischen Sprachmittlung und Übersetzung?
Eine Übersetzung überträgt den ganzen Text möglichst genau. Bei der Sprachmittlung entscheidet der Auftrag: Adressat, Textsorte und Zweck bestimmen, welche Informationen du übernimmst und wie du sie formulierst. Sätze eins zu eins zu übertragen kostet Punkte, auch wenn sie grammatisch richtig sind.
Wie lang soll eine Mediation im Abitur sein?
In den Abituraufgaben sind meist etwa 100 bis 150 Wörter vorgegeben. Halte dich an die Wortangabe im Auftrag — deutlich zu kurz oder zu lang wird in der Bewertung berücksichtigt.
Worauf achten die Prüfer bei der Sprachmittlung?
Auf fünf Dinge: die Auswahl der für den Auftrag relevanten Informationen, ein zum Adressaten passendes Register, eigenständige Formulierungen statt Wort-für-Wort-Übertragung, das Vermeiden von Germanismen und eine kurze Erklärung kulturspezifischer Begriffe.
Was sind Germanismen und wie vermeide ich sie?
Germanismen sind Formulierungen, die direkt aus dem Deutschen übernommen sind und im Englischen falsch oder unidiomatisch klingen — etwa „handy“ statt mobile phone, „become“ für bekommen, „informations“ im Plural oder „since three years“ statt for three years. Wer den Inhalt erst versteht und dann frei auf Englisch formuliert, macht sie seltener als wer Satz für Satz überträgt.
Muss ich deutsche Begriffe wie Abitur oder Bundesland erklären?
Ja, wenn die Leserschaft im Auftrag sie nicht kennt. Eine kurze Erklärung im Satz reicht, zum Beispiel „the Abitur, the German school-leaving exam“ oder „a Bundesland, one of Germany’s sixteen federal states“.
Welche Themen kommen in der Mediation vor?
Die vier Übungspakete auf dieser Seite folgen den Berliner und Brandenburger Schwerpunktthemen: Aims and Ambitions, Nations Between Tradition and Change, Science and Technology sowie The Impact of the Media on Society.